Silberregen & Traufengold
Die farbgewaltige Malerei Burkards befasst sich mit den zeitlichen und historischen Verflechtungen von Wertmodellen und unserer durch digitale Kultur geprägte Wahrnehmung.
Transformation und Wandel sind starker und auch wahrnehmbarerer Zeitgeist: Nicht nur die Natur um uns herum verändert sich, auch die geopolitischen Verhältnisse sind im Umsturz und unaufhaltbar.
Malerisch ist es Burkard wichtig, diesen Veränderungen zu begegnen, indem er Historisches mit aktuellen Zeitzeugnissen verflechtet, und diese dem ganz eigenen und zeitgenössischen Blicken aussetzt. Ausgehend von der mittelalterlichen Goldgrundmalerei schichtet der Künstler Farbe über Gold-, Silber-, und Kupferblätter und konkurriert mit dem altertümlichen Glanz. Manchmal wird dieser Glanz fast ganz genommen, da die Malerei stets über dem Materiellen aufgetragen wird.
Seine Malerei ist aber gleichsam als Trugbild gekennzeichnet – als ein modernes Trugbild: Eine Pixelgrafik. Diese bettet sich subtil in die organischen Flächen, Figuren und Landschaften ein und zieht so den Wert der Transformation bis ins Ungreifbare – nämlich in die Nähe einer Simulation. Der Wandel ist nicht nur physisch, sondern auch algorithmisch geprägt.
Mit Hilfe der Tradition der Malerei erstellt der Künstler so überzeichnete und erzählerische Momentaufnahmen, die von Landschaftswandel, Historie, sozialen Entwicklungen, Krieg oder gar den technologischen Utopien in ferner oder naher Zukunft erzählen. Dabei zögert er auch nicht hin und wieder phantastische Spielereien sichtbar zu machen.
Burkard schafft es, in ausdrucksstarken Verbindungen von abstrakten und figurativen Elementen unsere Zeit einzufangen, unsere Zeit zu beobachten, sie zu verarbeiten und auf unsichtbare Verbindungen hinzuweisen.
Die Vernissage fand am Samstag,
den 21. Sept. 2024 um 18.30 Uhr statt.
Der Künstler war zur Vernissage anwesend.