Kirchenfenster für St. Ulrich
Eine einzigartige Zusammenkunft von Vergangenheit und Gegenwart:
Die Einweihung der Kirchenfenster in St. Ulrich mit Markus Lüpertz
Die Kirche St. Ulrich wurde zwischen 1225 und den 1240er Jahren errichtet. Sie zählt damit zu den ältesten gotischen Bauwerken Deutschlands. Ihre architektonischen Besonderheiten zeigt die Kirche an vielen Stellen, besonders aber an der prachtvollen Fensterrose an der Westseite. Diese Fenster waren die Glanzstücke der Baumeister in jener Zeit. Bislang waren die Rosette und die seitlichen Lanzettfenster mit schlichten Klarglasscheiben versehen.
Im Juli 2023 wurden diese durch zeitgenössische Buntglasscheiben ersetzt, die von einem der renommiertesten Künstlern unserer Zeit gestaltet wurden: Markus Lüpertz.
Lüpertz erschafft seine modernen Fensterbilder im Geiste der Gotik. Seine künstlerischen Entwürfe werden in aufwändiger und historisch präziser Handwerkskunst zu Bleiglasfenstern verwandelt. Im Spiel mit dem Sonnenlicht verwandeln diese die Westfassade von St. Ulrich in eine Bildergeschichte ganz im christlichen Sinn. Frau Dr. Maria Baumann, Kuratorin der Kunstsammlungen im Bistum Regensburg, erläutert begeistert: “Die Fenster von Markus Lüpertz werden das Erbe der Gotik mit der Kreativität der Moderne verbinden und dadurch eine faszinierende Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart schaffen.”
Das Projekt umfasst insgesamt acht Fenster, die Lüpertz an der Westfassade gestalten wird. Hierzu zählt die imposante Fensterrose sowie vier Lanzettfenster. In einem beeindruckenden Zusammenspiel von Licht und Farbe wird Lüpertz die Essenz der Gotik einfangen und zugleich seinen eigenen künstlerischen Ausdruck in die Kirche einfließen lassen.
Die Ostrosette zeigt den Schutzpatron der Kirche, den heiligen St. Ulrich, in der typischen Darstellung. Der Fisch, den er in den Händen hält, verweist auf das Fischwunder, das mit seiner Legende verbunden ist. Das Fischornament im Hintergrund des Bildes bildet ein abstraktes Muster, das auch die Lanzettfenster füllt und somit eine stimmige Atmosphäre schafft.
Die Westrosette hingegen präsentiert die Darstellung von Tag und Nacht. Jedes einzelne Feld der Rosette ist als eigenständiges Bild gestaltet und fügt sich harmonisch in das Gesamtkonzept ein. Der Engel im Zentrum der Rosette erhebt die Menschen symbolisch ins Elysium, aus der Dunkelheit der Welt in das strahlende Licht des Himmels.
Ab 2025 wird das Museum als Teil des neu gestalteten Museumsquartiers des Bistums Regensburg dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich sein.
Nach drei Jahren intensiver Arbeit, und dank der großzügigen Unterstützung von Art-Affair sowie des Freistaats Bayern als Gebäudeeigentümer, ist das Projekt nun Realität geworden. Die großzügigen Spenden der Regensburger Bürger haben dazu beigetragen, dieses bleibende Kunstwerk zu ermöglichen. Es ist sicher eine ganz besondere Bereicherung für die Stadt und ihre Besucher.
Der Künstler verwendet Schwarzlot- und Silbergelbmalerei auf mundgeblasenem Echtantikglas und industriellem Ornamentglas. Mit Schmelzfarben setzt er expressive Akzente und schafft abstrakte Elemente. Zahlreiche talentierte Hände haben in den Glasstudios Derix in Taunusstein mit großer Begeisterung und handwerklicher Präzision an den Hunderten von Einzelscheiben gearbeitet. Das Glas selbst wurde in Waldsassen von der Glashütte Lamberts hergestellt, die im Dezember 2023 als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurde.